Für alles eine App! Macht das Sinn?

Mobiles Internet und Tablett-Computer sind zweifelsfrei auf dem Vormarsch und ich halte es auch für unabdingbar seine eigenen Inhalte so aufzubereiten, dass sie auf allen Geräten einwandfrei angezeigt und bedient werden können. Soweit so gut. Ist daraus die logische Konsequenz, dass es für jede Zeitung, Zeitschrift, quasi für jede Internetseite eine eigene App geben muss?

Wenn ich mit dem iPad im Internet surfe bin ich recht schnell von dem öffnen und schließen der Programme – ähh  Apps – genervt und benutze vor allem den Browser. Wenn ich nun wissen möchte, wie das Wetter wird, gebe ich oben Wetter.com ein und öffne nicht eine neue App. Beim Wetter mag das noch gehen, aber wenn ich mich durch die Newsseiten der Fachpresse klicke sind das schon deutlich mehr Apps die da geöffnet und geschlossen werden möchten. Die Vorteile solcher Apps, etwa die Verknüpfung mit der Routenfunktion, einen Anrufbuttom und ähnliches, müssen natürlich weiterhin gegeben sein, dass ist ja der besondere Nutzen, also der Mehrwert für den User – und um den sollte es ja gehen.

Auch für Anbieter ist die ganze Geschichte nicht ganz ohne. Da muss eine App für Apple und Android her, aber was ist mit Menschen die immer noch einen BlackBerry oder gar ein Nokia haben? Also muss die Webseite auch dafür noch optimiert werden. In der Tendenz geht es dahin, wo das Internet (sehr global gesprochen) schon einmal war, dass nämlich für verschiedenen Browser jeweils separate Webseiten gebaut wurden. Dank Webstandards wurden diese Probleme mittlerweile größtenteils behoben und IE6 benutzt nun wohl wirklich niemand mehr. Natürlich ist ein Argument, dass durch eine App der Benutzer öfter und länger mit einer Marke in Berührung kommt, aber wenn entsprechende Inhalte vorhanden sind, wird er auch über den Browser die Seite finden. Wenn es also keine Inhalte gibt, die wirklich einer separaten Anwendung bedürfen, halte ich in vielen Fällen eine App für überflüssig. Gerade dann, wenn für die Inhalte via App gezahlt werden muss, während sie per Browserabruf kostenlos sind – alles schon gesehen.

Insgesamt sprechen für mich zwei Aspekte für eine Abkehr von dem Gedanken für alles und nichts eine App zur Verfügung zu stellen: Zum einen muss die Benutzerfreundlichkeit bedacht werden und die leidet meiner Meinung nach unter zu vielen Apps, die in der Tendenz im App-Store noch seltener gefunden werden als im Internet. Zum anderen treiben verschiedene Apps für die jeweilige Plattform die Kosten für Erstellung und Pflege des Onlineauftritts in die Höhe. Dieses Geld in einen für alle Plattformen kompatiblen Webauftritt zu stecken, der die jeweiligen Potentiale der Plattformen auch ausspielen kann, halte ich für sinnvoller.

 

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