Partnerprogramme – wer soll das alles kaufen?

Am frühen Abend kommen hier noch ein paar Gedanken zu den unzähligen Angeboten an Partnerprogrammen teilzunehmen.

Jeder, der eine halbwegs vernünftig gelistete Homepage hat, wurde schon mal mit der Frage konfrontiert, ob er nicht „Partner“ irgendeines Produktes werden möchte. Dabei ist das Angebot unglaublich vielfältig, es reicht von neuen Verbänden bis hin zur Vermittlung von Homepagebaukästen, alle funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Kauft jemand über den Banner einer Webseite, bekommt der Webseiteninhaber eine Provision. Diese liegt dann meist zwischen 20 Prozent bei halbwegs seriösen Angeboten und bei über 70 Prozent bei eher unseriösen Angeboten.

Die Idee neue Kunden über Empfehlungen, Weiterleitungen und Links zu bekommen ist nicht neu und schon gar nicht schlecht. Wenn mir ein Kunde vermittelt wird, zeige ich mich dem Vermittler selbstverständlich auch dankbar, trotzdem kommt bei den diversen Partnerprogrammen – was auch immer der Unterschied zu Affiliate-Marketing sein mag – ein doch ungutes Gefühl auf. Wer profitiert wie von diesen Programmen und was nützt es mir als Webseitenbetreiber, gar als Firmenseitenbetreiber?

Wenn viele Menschen über den Banner auf meiner Seite etwas kaufen, bekomme ich viel Provision. Das ist klar. Aber wieviele Personen müssen das sein, damit es sich das Programm für mich lohnt? Wie viele Besucher habe ich auf meiner Seite? Und sieht das Kaufverhalten vieler Konsumenten nicht eher so aus, dass sie sich auf vielen Kanälen informieren, bevor sie etwas kaufen? Der Cookie, der die Herkunft des Käufers nachweist, kann schon abgelaufen sein, oder der Käufer hat Cookies nach den Diskussionen um Facebook und Co. deaktiviert. Viele Fragen, die sich ums eigentliche drehen: Lohnt sich ein Partnerprogramm für meine Homepage? Diese Frage hängt vor allem von dem Programm und der Anzahl der Besucher der Webseite ab, eine einfache Antwort gibt es also mal wieder nicht. Wem nützt aber ein Partnerprogramm in erster Linie? Die Frage ist deutlich einfacher und schneller zu beantworten, dem Anbieter: Und zwar in doppelter Weise. Zum einen erhält er Kunden und Traffic auf seine Homepage und zum anderen erhöht sich durch eine Vielzahl von Links sein Suchmaschinenranking.

Betreiber von Firmenhomepages scheinen Partnerprogramme attraktive Refinanzierungswerkzeuge zu sein, es sollte dabei beachtetet werden, wie sich das Erscheinungsbild der Seite verändert, wenn zwei, drei Werbebanner erscheinen. Ihre Unabhängigkeit wird in Frage gestellt. Zumal wenn es sich um zumindest anrüchige Produkte handelt. Wenn Sie eine private Seite, einen Blog oder eine Linksammlung haben, spricht  nichts dagegen.

Zum Schluss noch die oben gestellte Frage: Wer soll das alles kaufen? Ich denke nicht, dass über ein solches Partnerprogramm langfristig Erfolge erzielt werden können, da der Markenaufbau nicht solide ist, sondern in der Tendenz immer ein wenig an das bekannte Schneeballsystem erinnert. (Was auf keinen Fall heißen soll, dass Partnerporgramme ein Schneeballsystem sind!) Irgendwie stört mich auch der Gedanke, dass im Internet ganz einfach viel Geld zu verdienen ist. Und wer kauft direkt etwas, während er gerade einen mehr oder weniger interessanten Blogeintrag liest? Ein komisches Gefühl bleibt.

 

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