Leben Totgesagte länger?

Nach diversen Blogbeiträgen und der mehrwöchigen Berichterstattung von SpiegelTV schien Groupon ein Hut von gestern zu sein. Nun habe ich in den vergangenen Wochen von mehreren Kunden gehört, dass Groupon wieder aktiv auf sie zugegangen ist. Das Angebot war immer ähnlich und bekannt: Geforderter Preisnachlass von mindestens 70 Prozent, geforderte Provision mindestens 60 bis 80 Prozent Preisnachlass. Dazu die Weigerung, ein niedriges Limit für die Anzahl der Angebote einzubauen. Im Klartext bedeutet das: Eine therapeutische Behandlung bei einer Einzelunternehmerin kostet regulär beispielsweise 70 Euro die Stunde. Bei Groupon wird sie für 21 Euro Angeboten, von diesen 21 Euro gehen 50 Prozent als Provision an Groupon. Von den verbleibenden 10,50 Euro müssen 19 Prozent Mehrwertsteuer abgeführt werden, bleiben 8,82 Euro für 60 Minuten.

Wenn nun das Kontigent nicht reguliert und vielleicht 200 Stück verkauft wurden (was bei Groupon & Co nicht besonders viel ist), bedeutet dies für die Praxis: 200 x 8,82 Euro = 1764 Euro. Und das für vier volle Arbeitswochen und zur Bedienung sämtlicher geschäftlicher und unter Umständen auch privater Kosten. Die Kunden müssen das Geld ja sofort an Groupon überweisen, der Dienstleister bekommt es aber erst nach erbrachter Leistung. An sich ist das alles nicht schlimm, nur muss bedacht werden, dass in der Zeit keine anderen Kunden bedient werden können und es sich in der Praxis gezeigt hat, dass die meisten Kunden, die über Schnäppchenportale kommen, keine Stammkunden werden.

Durch die verschiedene Medienberichte gibt es viele dokumentierte Beispiele, wie Unternehmen durch die hohen Verkaufszahlen und dem viel zu niedrigem Preis herbe finanzielle Verluste einstecken mussten. Das genannte Beispiel ist eine Zusammenfassung verschiedener Angebote, die zum Teil noch drastischere Ausmaße hatten. Wenn man sich dafür entscheidet ein Angebot bei Groupon einzustellen (und es gibt ja auch gute Gründe dafür), sollte auf jeden Fall genau bedacht werden, wie viele Angebote insgesamt verkauft werden sollen, damit die Flut an Kunden nicht zur Pleite wird.

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