Archiv der Kategorie: Sponsoring

Markenbekanntheit durch Sponsoring

Bekanntlich sind wir dem Rennradsport verfallen und wie bei jedem Sport ist das eigentlich spannende der Blick über den Tellerrand und das drumherum. So ist für uns die Transferperiode auch der eigentliche Spaß an der Bundesliga.

Rennrad, Sponsoring, Marketing

Klare Markenbotschaft beim Team Sky und Ausrüster adidas

Auf dem lesenswerten Blog „Goldene Speichen“ sind wir auf einen Eintrag gestoßen, der sich mit dem Return of Investment beim Sponsoring im Profiradsport beschäftigt. Grundlage für den Artikel ist eine Studie, dessen Ergebnisse sich hier vollständig herunterladen lassen. Insgesamt zeichnet die Studie ein sehr positives Ergebnis, gerade wenn ein Team nur von einem Unternehmen gesponsert wird und das eine entsprechende Medienpräsenz erfährt. Aktuell sind hier vor allem die Teams Sky, BMC und Europcar zu nennen. Stark abgeschwächt treffen die Aussagen sicherlich auch für erfolgreiche Jedermann-Teams wie das von Merkur-Druck zu. Die Ergebnisse in der Übersicht:

  • Very few global brands participating in a global sport. Sponsors from the traditional heartlands of the sport still dominate. Big opportunities for new entrant international brands to the sport.
  • Professional cycling sponsorshio delivers substantial and efficient media exposure returns. The sport´s appeal is broader thand eber before and title sponsorship creates unique opportunities to sponsors cocerned about brand clutter in sport
  • Performance on the road and media exposure returns aren´t direct correlation. Aggraessive riding tactics and best practice in kit branding impacts greatly on media value delivered to sponsors
  • Cycling fans appreciate the integral role that sponsors play in ther sport. They are more engaged with sponsors, more favourable towards their products and are early adopters of new technologies.
  • The Tour den France dominates the commercial landscape of cycling, accounting for nearly four fifths of WorldTour team exposure. Undoubtedly Le Tour is good for professional cycling but more effort is required to promote, package and present the sport more consistently to consumers across the season.

Eine detaillierte Auswertung ist auf den beiden genanten Seiten zu lesen.

Um die Annahmen mit einer Zahl zu untermauern: Die Studienmacher gehen davon aus, dass Adidas als Ausrüster des Teams Sky im vergangenen Jahr Werbeplatzierungen von über 100 Millionen Doller durch das Sponsoring erreicht hat. Die typischen drei Streifen and en Ärmeln waren selbst aus der Hubschrauberperspektive gut zu erkennen. In diesem Zusammenhang ist noch zu erwähnen, dass sich Rad-Profimannschaften nur durch das Sponsoring des Namensgebers und der Ausrüster finanzieren. Weitere Einnahmequellen wie Ticketverkauf oder TV-Gelder haben die Teams nicht. Vielleicht fällt es den vielen Teams, die auf der Suche nach einem neuen Sponsor sind mit der Studie etwas einfacher einen neuen Geldgeber zu finden, es gibt ja viele positive Beispiele. So konnte der Hörgerätehersteller Phonak seine Markenbekanntheit durch das Sponsoring weltweit enorm gesteigert. Auch die Doping-Skandale um Floyd Landis haben der Markenbekanntheit keinen Abbruch getan – ein besonderer Umsatzrückgang nach dem Auffliegen wurde ebenfalls nicht verzeichnet.

Da der Radsport ein riesiger Markt ist und Fans offensichtlich bereit sind eher Marken zu kaufen, die sie aus dem Profibereich kennen, leuchtet es ein, dass viele Hersteller ein eigenes Team unterhalten. BMC und Cannondale als Hauptsponsoren, oder Shimano als Co-Sponsor sind nur einige Beispiele. Gleichzeit ist vielleicht genau das für andere Markenhersteller die Chance weltweite Bekanntheit zu einem vergleichsweise günstigen Preis zu erhalten.


Alpecin – Doping für den Radsport

Vor einigen Monaten hat der Pharmahersteller Dr. Wolff mit seiner Haarshampoomarke Alpecin mit der Verpflichtung von Jan Ulrich Schlagzeilen als Testimonial Schlagzeilen gemacht. Ob es eine gute Wahl war möchte ich nicht beurteilen, kritisch oder amüsant wird das ganze mit dem Alpecin-Slogan „Doping für die Haare“. Jan Ulrich ist ja jetzt nicht für seine selbstironische Art bekannt, was die Kombination von Testimonial und Claim dann doch fraglich erscheinen lässt. Trotzdem hat die Präsentation von Jan Ulrich als Markenbotschafter es in viele Medien geschafft, was der (ein wenig angestaubten) Marke sicher mehr genützt als geschadet hat. Gleichzeitig engagiert sich Alpecin schon länger im Radsport, weshalb die Verpflichtung auch nicht völlig überraschend kam.

Am Rande der gerade gestarteten 99. Auflage der Tour de France verdichten sich Meldungen, dass Alpecin sein Engagement im Radsport weiter ausbaut und wohl Namenssponsor für ein neues deutsches Profiteam wird. Als Fahrer sind die bekannt deutschen Fahrer Linus Gerdemann und Jens Voigt im Gespräch, aber auch die durchaus erfolgreichen Schleck-Brüder als Topfahrer, die sich in dem ehemaligen Armstrong-Rennstall nicht richtig wohlfühlen.

Ich würde es wirklich mutig finden, wenn dann auf den rot-weißen Trikots in großen Buchstaben „Alpecin – Doping fürs Haar“ stehen würde. Das wäre ein wirklich neuer kommunikativer Ansatz in der Dopingdiskussion im Radsport.

Ein von Alpecin unterstütztes Amateurteam

Ein von Alpecin unterstütztes Amateurteam