Archiv der Kategorie: Unternehmenskommunikation

Wenn die Stadt Hamburg Fahrradfahrer unterstützen will

Im Oktober vergangenen Jahres hatten wir an dieser Stelle über eine Guerilla-Aktion der Stadt Hamburg geschrieben. Ein Rad wurde an einer belebte Kreuzung aufgestellt, in dessen Rahmen ein Schild der Aktion „hab Dich im Blick“ angebracht war. Zweifelsfrei eine gut gemeinte Aktion. Damals störte uns etwas, dass man als Stadt nicht auf Werbeformen zurückgreifen sollte, die man im Rahmen der Ordnungspolitik mit viel Aufwand versucht zu verhindern.

Guerilla Marketing in Hamburg Bahrenfeld

Stein des Anstoßes unseres ersten Artikels

 

Nun ist im Blog des Satiremagazins extra3 ein Bild der gleichen Werbekampagne aufgetaucht. Dies zeigt das Nehme-Rücksicht-Motiv auf einem Aufsteller, der aber den eh schmalen Fuss- und Radweg noch enger macht, so dass Radfahrer eigentlich nicht mehr vorbeikommen. Gut gemeint ist halt mal wieder nicht gut gemacht, und zeigt, dass bei Werbekampagnen die gesamte Tiefe der Aktion beachtet und geplant werden muss.

Hab Dich im Blick

Der versperrte Radweg

Advertisements

Der richtige Ort für Corporate Blogs

Contentmarketing ist derzeit eines der am meisten diskutierten Themen in Bezug auf Suchmaschinenmarketing – wobei meist gar nicht so viel diskutiert wird, sondern vielmehr vermeintliche Wahrheiten veröffentlicht werden. Dies gepaart mit den klassischen SEO-Ratgebern kann meiner Meinung nach zu ungünstigen Konstellationen auf Webseiten führen – aber der Reihe nach.

I. Die Ausgangslage

Nach den diversen Google-Updates rücken die Inhalte mehr und mehr ins Zentrum bei der Optimierung von Webseiten. Was zu deutlichen Abstrafungen von Linkfarmen geführt hat und Seiten, die großen Wert auf Usability und Informationen setzten nach vorne schob. So  weit nichts Neues.

 2. Die Links

Webkataloge, Branchenbücher und Linkfarmen spielen bei der Suchmaschinenoptimierung kaum noch eine Rolle. Auch der immer noch nicht gänzliche verschwundene PageRank liefert keinen allzu guten Ansatz, ob ein Link eine Seite nach vorne bringt. Contentgebundene Links sind das Gebot der Stunde. Artikel in echten Blogs und Zeitungen sind gefragt, aber schwer zu bekommen, eine Branche orientiert sich um und entwickelt mehr und mehr unique Inhalte, was vor allem dem User zu Gute kommt.

Blog als SEO-Instrument

Blog als SEO-Instrument

3. Der SEO-Tipp

Kein Ratgeber kommt ohne den Tipp aus, dass ein Unternehmen einen Corporate-Blog schreiben sollte. Die Ziele liegen auf der Hand. Ein Blog kann durch die eher lockere Schreibe mehr emotionalisieren und es ist auch immer ein Blick über den Tellerrand möglich, der vielleicht auf der Hauptseite Verwunderung auslösen wurde. Also einen Blog erstellen! Vorher aber einen Themenplan anlegen 😉

4. Die technische Seite

Jetzt nähern wir uns dem eigentlichen Problem: Wo tue ich meinen Blog hin? Erst gestern bin ich über ein Whitepaper eines namhaften Unternehmens gestolpert, welches sich sehr stark machte, das ein Blog unbedingt auf der Hauptdomain liegen müsse. Also in der Form: meinunternehmen.de/Blog Ein Standardtipp.

Für dieses Vorgehen gibt es eine ganze Menge guter Gründe und ist sicherlich nicht falsch – denn das ist mein zentrales Anliegen, es gibt kein richtig oder falsch, es muss vielmehr nach den Gegebenheiten geschaut werden. Oftmals kann es sinnvoller sein, den Blog auf eine andere Domain, etwa mein-starkes-Keyword.de auszulagern.

5. Kein richtig oder falsch

Am Anfang muss die Überlegung stehen, was möchte ich mit meinem Blog und wie schaut meine Hauptwebseite aus. Wenn die Hauptseite nur aus sehr wenig Text besteht, sollte der Blog auf jeden Fall auf der gleichen Domain liegen, um die Domain mit Content anzufüttern. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass die Seite vor allem über die starken Contentseiten aufgerufen wird und der eigentliche Inhalt in den Hintergrund gerät.

Besteht die Hauptseite aus ansprechendem Content in ausreichender Menge – etwa bei Onlineshops, in denen viel Wert auf ausführliche Produktbeschreibungen gelegt wird, halte ich es für sinnvoller den Blog auf eine neue Domain bei einem anderem Hostingservice zu legen.

Der Grund ist für mich folgender: Mit einem externen Blog bin ich in der Lage die Links zu generieren, die für Google gerade hoch im Kurs sind. Thematisch passende Links von einer externen Domain. Dies bedeutet jedoch, dass ich mich um die Verbreitung des Blogs ähnlich intensiv kümmern muss, wie um meine Hauptseite, damit die Strahlkraft entsprechend groß wird. Früher waren mal Satelliten-Systeme beliebt, sind dann aber in Verruf geraten, weil nicht genügend Elan und Sorgfalt investiert wurden, so sind die Systeme schnell aufgeflogen und führten zur einer Abstrafung der Hauptseite. Gut gepflegt erreichen Satelliten selbstverständlich ihr Ziel. Die externe Domain hat zudem noch den Vorteil, dass keywordstarke Domains gewählt werden können. Man schafft sich seine starke Verlinkung quasi selbst.

Fazit

Die Anforderungen ans SEO ändern sich permanent und die Lösungen hängen immer mit der jeweiligen (Konkurrenz-) Situationen zusammen, weshalb es selten pauschale Lösungen gibt. Ein Blog ist eine gute Sache, wenn er regelmäßig gepflegt und aktualisiert wird. Ein veralteter Blog ist vielleicht fürs SEO gut, für das Image nicht.


Stichwort Emotionalisierung

Im Zusammenhang mit Social-Media-Marketing fällt immer wieder das Stichwort Emotionalisierung. Die Werte einer Marke werden durch die Emotionalisierung greifbar und erlebbar gemacht. Hinzu kommt die Beobachtung, dass Filme und Bilder in den social Networks die größte Reichweite erzielen. Es sind nicht die nüchternen  Grafiken mit Testergebnissen oder das Video zum Wahlprogramm, sondern die Katzenbilder die geliked und geshared werden.

 

Kommunikationsverantwortliche stehen nun vor der Aufgabe, eine Marke so zu emotionalisieren, dass sie a.) den eigenen Werten entspricht und b.) eine möglichst hohe Bekanntheit erlangt. Es gibt Produkte/Marken bei denen ist es einfacher, bei rein technischen Artikeln fällt es schon schwerer. Einen besonderen Fall stellen Menschen dar, die sich selbst promoten. Also Schauspieler, Moderatoren, Starköche, Experten, Professoren, usw.usf. Wie schaffen sie es, sich selbst emotional greifbar darzustellen? Bei Schauspielern mag es noch nahe liegende Lösungen geben, bei einem Dozenten oder Physiotherapeuten wird es schon deutlich schwieriger. Neben Katzen und niedlichen Hunden lösen auch Kinder meist eine ganze Welle von Aktionen auf Facebook aus – was liegt also näher, als seine eigenen Kinder in den Fokus zu stellen.

 

Wenn wir jetzt nicht über A-Promis reden, sondern über die 3. bis 5. Liga, rückt meist auch die Angst vor Entführungen und ungewollten Fotostorys in der Yellowpress in den Hintergrund. Und so erscheinen öfter Kinderbilder von persönlich völlig unbekannten Personen in der Timeline, als ich mir noch vor Jahren hätte vorstellen können. Grundsätzlich ist an dem Posting von Kinderbildern wenig auszusetzen, wenn dies aber einzig den Sinn hat, die eigene Bekanntheit zu steigern, wird meiner Meinung nach eine Grenze überschritten. Gerne diskutieren wir derzeit über Medienkompetenz von Kindern und dem richtigen, vorsichtigen Umgang mit sensiblen Daten und Bildern. Wie passt es dazu, dass die Eltern recht offen Bilder der eigenen Kinder onlinestellen – mit der unterstellten Hoffnung – möglichst viele Klicks zu erhalten?

Emotionalisierung ist in der Kommunikation rund um Social-Media unerlässlich, aber vielleicht ein wenig kreativer ausgerichtet.

 

P.S. dies erinnert ein wenig an den Sonntagabend-Krimi. Manchmal kommt das Gefühl auf, ein bestimmtes Team braucht mal wieder gute Quoten – und schon kommt ein Fall, in dem Kinder Opfer verschiedenster Verbrechen sind…


Wenn die Stadt Hamburg Guerilla-Marketing betreibt…

… ist daran grundsätzlich nichts auszusetzen.

Guerilla Marketing in Hamburg Bahrenfeld

Guerilla Marketing in Hamburg Bahrenfeld

In der Nähe unserer Agentur, an einer großen Kreuzung, ist mir dieses schöne weiße Fahrrad aufgefallen, welches da schon den einen oder anderen Tag steht. Bei genauerem Hinsehen, entpuppte es sich als Werbeträger für eine Gemeinschafts-Kampagne für mehr Rücksicht im Strassenverkehr. Daran gibt es wirklich nichts auszusetzen – ganz im Gegenteil.

Komisch wird das ganze aber dadurch, wenn man aus eigener Erfahrung weiß, wie streng die Stadt ansonsten mit solchen Werbeformen umgeht. Werbung an Häuserwänden jenseits des Erbringungsortes ist nur von großen Firmen realisierbar und auch bewegliche Werbeträger werden nicht wirklich gerne gesehen. Wenn es aber um die eigenen (ehrbaren) Anliegen geht, spielt das keine Rolle? Es bleibt ein Geschmäckle. Trotzdem eine gute Aktion!


Shit! Ein Sturm!

Ein Phänomen, welches in der vergangenen Woche um sich griff, erregt derzeit die Social-Media-Profis. Nicht zuletzt, weil sie erst selbst sehr spät davon erfahren haben – was vielleicht auch Kern des Übels ist.

Aber der Reihe nach: Falsche Rechnungsbeträge, Schlechte Wissens-Qualität und 39 Cent mehr für einen Burger. Diese drei einfachen Inhalte haben das geschafft, wovon Social-Media-Beauftragte nur träumen können: eine unglaubliche Reichweite. Wie die Themen vermuten lassen, waren es für die Unternehmen aber nicht besonders gute Nachrichten. Vielmehr haben Personen recht subjektiv einfach mal der Schreibfeder und Ihren Frust freien Lauf gegeben. Da beschwert sich eine junge Frau über andauernd falsche Rechnungen von Vodafone, ein Hamburger Schüler findet es unvorstellbar dass das „Wissensmagazin“ Galileo Pazifik und Atlantik verwechselt und ein anderer beschwert sich über die regionale Preiserhöhung für Burger, nicht zu vergessen auch H&M hat sein Fett bezüglich des Services im Onlinehandeln abbekommen.

Allen gemein ist, dass sie binnen Tagen zig tausende von Likes und Kommentaren einheimsten – und das in einer atemberaubenden Geschwindigkeit. Also wird allgemein von einem Shitstorm gesprochen. Aber halt, irgendetwas unterscheidet sich von der Shitstorm-Welle etwa vor der Fussball-Europameisterschaft. Nicht viele Personen posten an den Walls der Unternehmen zum Teil vorgefertigte Texte, sondern viele – sehr viele – beziehen sich auf einen einzigen Post. Das ist ein elementarer Unterschied.

Aber wie kommt ein solcher Sturm der Entrüstung zustande? Die banale Antwort wäre: Jeder wurde schon mal von einem großen Unternehmen enttäuscht. Jeder hat sich schon mehrfach über falsche Telefonrechnungen oder ein beschädigtes Paket geärgert. Ein Post, der dies auch nicht ganz unsüffisant darstellt, wird dann gerne geliked. Ähnlich wie Zusagen zu irgendwelchen Aktionen schnell gemacht sind und am Ende kommen dann nur fünf Personen. In vielen Blogbeiträgen zu diesem Thema findet sich der Hinweis, dass die Social-Media-Profis erst sehr spät von dieser neuen Welle erfahren hätten, was, so der häufige Hinweis, eine Manipulation nahelegt. Vielleicht ist es aber auch viel einfacher und Facebook besteht aus verschiedenen kleinen „Welten“ (um nicht Luhmanns „Systeme“ ins Spiel zu bringen) die mehr oder weniger abgeschottet voneinander agieren, und die Menschen die dort gepostet haben sind halt anders vernetzt als die Profiblogger und Umweltaktivisten (die Initiatoren von vor der EM). Und so ein Solidaritäts-Like ist halt auch schnell gemacht, zudem ist das Meckern über große Unternehmen bei jeder Party eine Geschichte wert.

Zu banal? Ich denke schon. Trotzdem reicht meine Phantasie nicht aus, dass Konkurrenten oder Firmen die Monitoringsysteme anbieten einen solchen Shitstorm steuern oder zumindest initiieren würden. Wenn das raus kommt – und irgendwann kommt ja immer alles raus, wäre der Imageschaden zu groß. Vielleicht liegt es auch an einem geändertem Algorithmus von Facebook, der Unternehmensmeldungen wieder vermehrt in den Timelines auflaufen lässt, so dass Einträge von Fans mehr Beachtung finden, meine Meinung ist die kombination von beidem, wofür meiner Meinung auch die Zeitspanne von guten 9 Stunden spricht, in der die meisten Aktivitäten zu beobachten war. Ist das nicht in etwa die Zeitspanne, die man sich in seiner Timeline so anschaut, wenn man mal schaut, was es so neues bei Facebook gibt?

Beachtenswert ist auch der Umgang der Firmen. Beispielsweise hat Vodafone im Hintergrund den Fall geklärt und es anschließend veröffentlicht. So einfach kann es sein, ich denke nicht, dass so ein Imageschaden für die Marke entstanden ist. Vielmehr zeigt es, dass Kommunikation im Social-Media-Umfeld nicht unnötig kompliziert gestaltet werden muss: Erst mal Ruhe bewahren, der Kernfrage auf den Grundgehen und dann kommunizieren.

 


Alpecin – Doping für den Radsport

Vor einigen Monaten hat der Pharmahersteller Dr. Wolff mit seiner Haarshampoomarke Alpecin mit der Verpflichtung von Jan Ulrich Schlagzeilen als Testimonial Schlagzeilen gemacht. Ob es eine gute Wahl war möchte ich nicht beurteilen, kritisch oder amüsant wird das ganze mit dem Alpecin-Slogan „Doping für die Haare“. Jan Ulrich ist ja jetzt nicht für seine selbstironische Art bekannt, was die Kombination von Testimonial und Claim dann doch fraglich erscheinen lässt. Trotzdem hat die Präsentation von Jan Ulrich als Markenbotschafter es in viele Medien geschafft, was der (ein wenig angestaubten) Marke sicher mehr genützt als geschadet hat. Gleichzeitig engagiert sich Alpecin schon länger im Radsport, weshalb die Verpflichtung auch nicht völlig überraschend kam.

Am Rande der gerade gestarteten 99. Auflage der Tour de France verdichten sich Meldungen, dass Alpecin sein Engagement im Radsport weiter ausbaut und wohl Namenssponsor für ein neues deutsches Profiteam wird. Als Fahrer sind die bekannt deutschen Fahrer Linus Gerdemann und Jens Voigt im Gespräch, aber auch die durchaus erfolgreichen Schleck-Brüder als Topfahrer, die sich in dem ehemaligen Armstrong-Rennstall nicht richtig wohlfühlen.

Ich würde es wirklich mutig finden, wenn dann auf den rot-weißen Trikots in großen Buchstaben „Alpecin – Doping fürs Haar“ stehen würde. Das wäre ein wirklich neuer kommunikativer Ansatz in der Dopingdiskussion im Radsport.

Ein von Alpecin unterstütztes Amateurteam

Ein von Alpecin unterstütztes Amateurteam


Der Facebook-Seitenmanager

Facebook-Seitenmanager am Beispiel von loverares.de

Facebook-Seitenmanager am Beispiel von loverares.de

Wer verschiedene Unternehmensseiten auf Facebook betreut und viel unterwegs ist, kennt das Problem der mobilen Pflege der Seiten mit der „normalen“ Facebook-App. Statistiken und Verwaltungen können nicht richtig eingesehen werden und was besonders schwer wiegt, die Kommunikation ist eingeschränkt, da etwa auf Nachrichten nicht reagiert werden kann.

Dies alles geht jetzt mit dem Facebook-Seitenmanager, der nach einem ersten Testlauf hält, was er verspricht. Optisch erinnert er sehr stark an die normale App, so dass die Handhabung sehr schnell gut funktioniert. Das Anmeldeverfahren wird ebenfalls über die Facebook-App erledigt, so dass schon nach wenigen Minuten mit der Arbeit begonnen werden kann. Anschließend sind alle Funktionen dort, wo sie von der Desktop-Variante her bekannt sind.

Insgesamt eine lohnende Geschichte für Personen, die mehr als eine Facebook-Seite betreuen. Auch der Griff zu alternativen Programmen wie HootSuite konnte gerade bei der Pflege der Seite und der Kommunikation auf Facebook nicht richtig überzeugen. Was immer noch nicht funktioniert – oder ich habe es bisher nicht entdeckt – ist die Verwaltung von Anzeigen. Und nun noch ein weiterer Sprung: Die Google+ App ist was Design und Anwendung angeht immer noch innovativer und ansprechender, allerdings ist die Pflege von Google+ Seiten mit der App so gut wie nicht möglich. Hier muss Google noch nachlegen.