Schlagwort-Archive: Gute Idee

Wenn die Stadt Hamburg Fahrradfahrer unterstützen will

Im Oktober vergangenen Jahres hatten wir an dieser Stelle über eine Guerilla-Aktion der Stadt Hamburg geschrieben. Ein Rad wurde an einer belebte Kreuzung aufgestellt, in dessen Rahmen ein Schild der Aktion „hab Dich im Blick“ angebracht war. Zweifelsfrei eine gut gemeinte Aktion. Damals störte uns etwas, dass man als Stadt nicht auf Werbeformen zurückgreifen sollte, die man im Rahmen der Ordnungspolitik mit viel Aufwand versucht zu verhindern.

Guerilla Marketing in Hamburg Bahrenfeld

Stein des Anstoßes unseres ersten Artikels

 

Nun ist im Blog des Satiremagazins extra3 ein Bild der gleichen Werbekampagne aufgetaucht. Dies zeigt das Nehme-Rücksicht-Motiv auf einem Aufsteller, der aber den eh schmalen Fuss- und Radweg noch enger macht, so dass Radfahrer eigentlich nicht mehr vorbeikommen. Gut gemeint ist halt mal wieder nicht gut gemacht, und zeigt, dass bei Werbekampagnen die gesamte Tiefe der Aktion beachtet und geplant werden muss.

Hab Dich im Blick

Der versperrte Radweg


Auswirkungen der eigenen Platzierung bei Google

Das die ersten Plätze bei Google besonders beliebt sind ist nichts Neues. Ebenso, dass sich ein Platz unter den ersten drei Treffern äußerst positiv auf den Traffic auswirkt. Aber wie groß ist dieser Effekt? Verschiedene Studien haben gezeigt, dass gut 50 Prozent des gesamten Traffics zu einem Suchbegriff auf die ersten vier Treffer entfallen. Die zweite Hälfte verteilt sich auf den Rest, wobei nur ein Bruchteil überhaupt noch auf die zweite Seite der Trefferliste klickt.

Vielen Seitenbetreibern ist gar nicht klar, welches Potential Ihnen zur Verfügung steht, wenn sie es schaffen auf die vorderen Plätze zu kommen. Gut konnten wir dies diese Woche bei einem unserer Kunden beobachten. Die Webseite war zu einem wichtigen (globalen) Stichwort konstant auf den Plätze 10-15 gelistet. Durch konsequenten Content- und Linkausbau ist diese Woche der Sprung auf den ersten Platz gelungen, was gleichzeitig einen fünffach höheren Traffic zu diesem einen Stichwort zur Folge hatte.

Auswirkung einer Top Platzierung auf Google für den Traffic

 

Die Graphik zeigt den Sprung ganz deutlich an. Eine solche Steigerung des Traffics wäre mit AdWords zu dem Stichwort für den Kunden nicht möglich gewesen, weshalb sich früh auf SEO und Contentmanagement konzentriert wurde, eine Taktik die aufgegangen ist. Langfristig lohnt sich meist eine strategische Suchmaschinenoptimierung, wenn eine realistische Chance besteht, auf die ersten Plätze zu kommen.


Wenn die Stadt Hamburg Guerilla-Marketing betreibt…

… ist daran grundsätzlich nichts auszusetzen.

Guerilla Marketing in Hamburg Bahrenfeld

Guerilla Marketing in Hamburg Bahrenfeld

In der Nähe unserer Agentur, an einer großen Kreuzung, ist mir dieses schöne weiße Fahrrad aufgefallen, welches da schon den einen oder anderen Tag steht. Bei genauerem Hinsehen, entpuppte es sich als Werbeträger für eine Gemeinschafts-Kampagne für mehr Rücksicht im Strassenverkehr. Daran gibt es wirklich nichts auszusetzen – ganz im Gegenteil.

Komisch wird das ganze aber dadurch, wenn man aus eigener Erfahrung weiß, wie streng die Stadt ansonsten mit solchen Werbeformen umgeht. Werbung an Häuserwänden jenseits des Erbringungsortes ist nur von großen Firmen realisierbar und auch bewegliche Werbeträger werden nicht wirklich gerne gesehen. Wenn es aber um die eigenen (ehrbaren) Anliegen geht, spielt das keine Rolle? Es bleibt ein Geschmäckle. Trotzdem eine gute Aktion!


Alpecin – Doping für den Radsport

Vor einigen Monaten hat der Pharmahersteller Dr. Wolff mit seiner Haarshampoomarke Alpecin mit der Verpflichtung von Jan Ulrich Schlagzeilen als Testimonial Schlagzeilen gemacht. Ob es eine gute Wahl war möchte ich nicht beurteilen, kritisch oder amüsant wird das ganze mit dem Alpecin-Slogan „Doping für die Haare“. Jan Ulrich ist ja jetzt nicht für seine selbstironische Art bekannt, was die Kombination von Testimonial und Claim dann doch fraglich erscheinen lässt. Trotzdem hat die Präsentation von Jan Ulrich als Markenbotschafter es in viele Medien geschafft, was der (ein wenig angestaubten) Marke sicher mehr genützt als geschadet hat. Gleichzeitig engagiert sich Alpecin schon länger im Radsport, weshalb die Verpflichtung auch nicht völlig überraschend kam.

Am Rande der gerade gestarteten 99. Auflage der Tour de France verdichten sich Meldungen, dass Alpecin sein Engagement im Radsport weiter ausbaut und wohl Namenssponsor für ein neues deutsches Profiteam wird. Als Fahrer sind die bekannt deutschen Fahrer Linus Gerdemann und Jens Voigt im Gespräch, aber auch die durchaus erfolgreichen Schleck-Brüder als Topfahrer, die sich in dem ehemaligen Armstrong-Rennstall nicht richtig wohlfühlen.

Ich würde es wirklich mutig finden, wenn dann auf den rot-weißen Trikots in großen Buchstaben „Alpecin – Doping fürs Haar“ stehen würde. Das wäre ein wirklich neuer kommunikativer Ansatz in der Dopingdiskussion im Radsport.

Ein von Alpecin unterstütztes Amateurteam

Ein von Alpecin unterstütztes Amateurteam


Liked Button am Kleiderbügel: C&A überschreitet Grenzen

Spiegel Online berichtet über eine Aktion mit der die Klamottenkette versucht die Likes aus dem sozialen Netzwerken an den Point of Sale zu bringen. Und dies nicht im Onlineshop!

An den Kleiderbügeln befinden sich Zähler, die der ganz realen Kundschaft zeigen, wie viele Personen ein Produkt schon geliked haben – bekanntermaßen ein Indiz für Beliebtheit und Qualität. Leider ist das System nur in Brasilien und nur bei einer sehr geringen Anzahl von Produkten im Einsatz. Aber vielleicht setzt es sich ja durch.

Hier geht es zum ganzen Artikel


Der Drama-Button – eine Goldidee

Hier hatten die Werbeverantwortlichen eines belgischen TV-Netzwerkes wirklich eine goldene Idee. Man installiere in einer Kleinstadt einfach einen Button mit Drama-Hinweis und irgendjemand wird ihn schon drücken, aber was passiert dann:

 

Für die Idee und Umsetzung wird es sicherlich den ein oder anderen Preis geben…


Platzierung von Guerilla Marketing – 3D Werbung in der Schanze

Eine gute Idee und eine gute Platzierung um die Zielgruppe zu erreichen. Fertig ist die perfekte Kampagne.

Die Idee an einer Außenwand eines Wohnhauses teile der Inneneinrichtung herausschauen zu lassen als Symbol für eine zu kleine Wohnung und darunter der Hinweis auf ein Immobilienportal kann zweifelsfrei als gute Idee gelten.

Fehlt nur noch die richtige Positionierung, in Hamburg Steilshoop hätte eine solche Guerilla Marketingaktion sicherlich keinerlei Aufsehen erzeugt, also dorthin wo viele Menschen sind: Ins Hamburger Schanzenviertel, welches ja bekanntlich etwas zwischen Partyzone, Szeneviertel und politischer Kampfzone ist. Und in der Tat, die Installation hat es promt in die Hamburger Medien gebracht und kann sicherlich als Erfolg gewertet werden – wäre da nicht noch ein anderer Aspekt: die politische Moral.

Das Hamburger Schanzenviertel ist Sinnbild und Prototyp einer Entwicklung die allgemein unter dem etwas sperrigen Begriff Gentrifizierung zusammengefasst wird. Vormals eher schmuddelige und günstige in Innenstadtnähe liegende Viertel rücken mehr und mehr ins spekulative Blickfeld. Der in Hamburg eh knappe Wohnraum wird teurer oder nicht selten in Eigentumswohnungen umstrukturiert. Diese Entwicklung hat einen Rückzug von weniger zahlungskräftigen Mietern zur Folge. Eine Entwicklung die in anderen Großstädten dieser Welt schon lange stattgefunden hat und nun auch in Hamburg nicht aufzuhalten ist. Für Menschen mit durchschnittlichem Einkommen und/oder Kindern ist es in Hamburg kaum mehr möglich zentral zu wohnen, sie werden an den Rand oder die Vororte der Stadt gedrängt. In Hamburg ist dies seit Jahren eines der zentralen sozialpolitischen Themen der Stadt, welches in Bezug auf Großprojekte immer wieder neue Facetten bekommt. Die Liste dieser Projekte ist lang: Gängeviertel, Ikea-Altona, Schanzenviertel, St. Pauli mit mehreren Baugebieten, Hafencity und die neue Mitte Altona. Und genau in diese emotional geführte Diskussion stößt die Werbeaktion des Immobilienportals.

Natürlich kann eine solche Aktion nur erfolgreich sein, weil es diese Diskussionen gibt, aber nützt eine solche Aktion der Marke? Oder wird die Marke so Richtung „Kriegsgewinner“ positioniert. Neben Wohnungseigentümer sind es vor allem Makler (sofern sie die Wohnungen im Portfolio haben) und eben die Portale die viele Klicks durch viele Gesuche profitieren. In den genannten Viertel findet kaum jemand der in Hamburg eine Wohnung sucht ein Angebot auf dem Portal, und wenn ist die Chance sie zu bekommen sehr gering. Vielmehr mehren sich die Laternenzettel in denen sehr happige Belohnungen für die Vermittlung einer Wohnung ausgelobt werden, eine ausgeglichener Markt sieht anders aus. Der Markt wird sich durch eine Werbeaktion sicherlich nicht verändern, aber sie lädt doch zur Diskussion und zum Nachdenken ein – was ja die Ziele von Guerilla Marketing sind.